ADK stellt sich vor: Dopingkontrollen im Tischfußball
ADK stellt sich vor: Dopingkontrollen im Tischfußball
Vorwort der Anti-Doping-Kommission (ADK)
Liebe Aktive, liebe Tischfußball-Community,
das Jahr 2026 bringt wichtige Schritte in der Entwicklung unseres Sports. Mit der Professionalisierung wächst auch unsere gemeinsame Verantwortung für fairen Wettbewerb und die Gesundheit aller Spielenden. In diesem Dossier stellt sich die neu formierte Anti-Doping-Kommission (ADK) vor und erklärt euch genau, wie die Strategien und Abläufe für die kommende Saison aussehen.
Uns ist bewusst, dass das Thema Dopingkontrollen Fragen und vielleicht auch Unsicherheiten aufwirft. Deshalb ist es unser Ziel, euch bestmöglich zu informieren und transparent zu arbeiten. Dopingkontrollen sollen keine Angst machen, sondern sicherstellen, dass wir uns alle auf einem fairen und sauberen Spielfeld begegnen.
Unser Leitsatz für die Saison 2026 lautet: „Antidoping im Tischfußball: Fair spielen, gesund bleiben…“
Dieses Dokument ist euer Leitfaden. Es erklärt die Anti-Doping-Ordnung (ADO), zeigt euch, wie der Dräger DrugCheck 3000 funktioniert, und beantwortet eure Fragen.
Eure Ansprechpartner in der ADK sind:
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Vorsitzender: Jens Roos

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Stellvertreterin: Silvia Hansen

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Mitglied: Jennifer Hanschmann

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Mitglied: Ronnie Falk

Wir laden dich ein, dieses Dokument in Ruhe zu lesen. Wissen schafft Sicherheit – und Sicherheit ist eine Basis für unseren Sport.
Bei Fragen könnt ihr uns über
1. Grundsatzstrategie und Aufgabenprofil der ADK
1.1 Warum ist Antidoping im Tischfußball wichtig?
Vielleicht fragst du dich, warum wir im Tischfußball überhaupt kontrollieren. Unser Sport erfordert höchste Feinmotorik, Reaktionsschnelligkeit und mentale Stärke. Doping schadet nicht nur deiner Gesundheit, sondern gefährdet auch die Fairness, die unseren Sport ausmacht. Substanzen, die beispielsweise die Nervosität unterdrücken oder die Wachheit künstlich verlängern, verzerren den Wettbewerb.
Die Aufgaben der ADK bestehen aus drei Bereichen:
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Prävention und Aufklärung: Wir wollen dich über die Risiken von Doping informieren und sensibilisieren.
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Kontrolle: Die Durchführung von fairen Testungen bei Wettkämpfen auf verbotene Substanzen. Ab der Saison 2026 konzentrieren wir uns dabei auf den Spitzensport: ITSF-Turniere, die Deutsche Meisterschaft und die Bundesligen. Im Breitensport und auf Challenger-Turnieren finden im Jahr 2026 keine Dopingkontrollen statt. Spitzensport meint Herren- und Damendisziplinen. Seniorendisziplinen sind ausgenommen.
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Sicherung der Regeln: Sollte es zu einem positiven Test kommen, leiten wir den Fall an das Schiedsgericht weiter, um die Regeln des Verbandes zu wahren.
2. Die Anti-Doping-Ordnung 2026: So läuft es ab
Die Anti-Doping-Ordnung (ADO) bildet den Rahmen unserer Arbeit. Für 2026 wurden Abläufe angepasst, um sie für euch so angenehm und sicher wie möglich zu gestalten.
2.1 Wer führt die Kontrollen durch?
Damit alles korrekt abläuft, gilt das Vier-Augen-Prinzip.
Die Testungen erfolgen immer unter der Aufsicht von zwei geschulten Personen. Das können zwei ADK-Mitglieder sein oder ein ADK-Mitglied zusammen mit einer beauftragten Person, die speziell geschult wurde und zur Verschwiegenheit verpflichtet ist.
2.2 Wer wird getestet?
Ein Teil der Testungen wird stichprobenartig durchgeführt. Darüber hinaus ist der Anti-Doping-Kommission freigestellt, bei Vorliegen von Erkennungsmerkmalen oder Verdachtsmomenten nach billigem Ermessen zu entscheiden, weitere Testungen durchzuführen.
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Fokus Spitzensport: Die Anzahl der Tests hängt von der Größe und Bedeutung des Turniers ab. Bei einer DM wird mehr getestet als bei kleineren Events. Spitzensport meint Herren- und Damendisziplinen. Seniorendisziplinen sind ausgenommen.
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Stichproben: Ein Großteil der Tests erfolgt stichprobenartig. Jeder Teilnehmer im entsprechenden Wettbewerb kann ausgewählt werden.
2.3 Der Ablauf der Speichelabgabe
Viele sind vor einer Kontrolle nervös. Das ist ganz normal. Hier ist der genaue Ablauf, damit du weißt, was dich erwartet:
2.3.1 Die Aufforderung
Wir sprechen dich diskret an. Es gibt keine Lautsprecherdurchsagen. Ein Mitglied des Teams kommt meist direkt nach einem Spiel zu dir.
Wichtig: Du wirst nicht während eines laufenden Spiels oder direkt nach dem Aufruf zu einem Spiel zur Kontrolle geholt. Dein Wettkampf hat Vorrang. Wir sprechen uns eng mit der Turnierleitung ab.
2.3.2 Zeitfenster und Kontrollraum
Nach der Ansprache begibst du dich mit uns in den Kontrollbereich. Dafür hast du maximal 20 Minuten Zeit.
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Du kannst dich kurz sammeln, etwas trinken (unter Aufsicht) oder deine Sachen holen.
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Der Test findet „diskret in einem separaten Raum“ statt, um deine Privatsphäre zu schützen.
Bitte beachte: Wer das Zeitfenster ohne triftigen Grund überschreitet, wird wie bei einem positiven Test gewertet. Das ist eine harte Regel, aber notwendig für die Fairness.
3. Die Technologie: Der Dräger DrugCheck 3000
Wir setzen auf Qualität und Sicherheit. Der Dräger DrugCheck 3000 wird auch von der Polizei und dem Zoll eingesetzt. Wir nutzen keine billigen Streifentests, sondern ein verlässliches System.
3.1 Funktionsweise
Der Test basiert rein auf Speichel. Er ist hygienisch und mobil.
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Probenehmer: Ein Stäbchen nimmt den Speichel auf. Ein Indikator zeigt an, wann genug Material da ist.
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Auswertung: Linien zeigen das Ergebnis an. Eine rote Linie bedeutet "Negativ" (Sauber). Keine Linie bedeutet "Positiv" (Substanz erkannt).
3.2 Worauf wird getestet?
Wir testen auf folgende Substanzklassen:
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Kokain (COC)
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Opiate (OPI) (z.B. starke Schmerzmittel)
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Amphetamine (AMP)
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Methamphetamine (MET)
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Cannabis (THC)
3.3 Cannabis (THC): Der „Schnelle Cutoff“
Beim Thema Cannabis gibt es oft Unsicherheiten. Der Test bietet zwei Modi.
Die ADK nutzt den schnellen Cutoff (25 ng/ml).
Was bedeutet das für dich?
Dieser Grenzwert von 25 ng/ml im Speichel ist so gewählt, dass er robust gegen Passivrauchen ist. Ein positiver Test deutet mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen eigenen, aktiven Konsum hin. Durch die kürzere Wartezeit (nur 10 Sekunden Vorinkubation) ist der Test zudem schnell vorbei (unter 3 Minuten).
3.4 Der Testablauf Schritt für Schritt
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Probennahme: Du bewegst den Probenehmer ca. 15–30 Sekunden im Mund, bis der Indikator die Farbe wechselt.
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Start: Der Probenehmer kommt in die Kassette. Wir schütteln das Kit, bis der Sicherungsring verblasst.
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Warten: Wir warten exakt 10 Sekunden (ADK-Modus).
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Auswertung: Nach ca. 2–3 Minuten lesen wir gemeinsam das Ergebnis ab.
3.5 Dokumentation per App
Um Schreibfehler zu vermeiden, nutzen wir die Dräger DrugCheck App. Damit wird das Ergebnis sicher digital protokolliert.
4. Eure Fragen – Unsere Antworten (FAQ)
Frage 1: „Ich nehme Medikamente (z.B. ADHS, Schmerzmittel). Was muss ich tun?“
Antwort: Wenn du ein Medikament nimmst, das auf der Verbotsliste steht, brauchst du eine Medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE).
Wichtig: Du solltest die TUE idealerweise vor dem Wettkampf beantragen. Es ist nicht zwingend erforderlich, sie vorher zu haben, aber: Solltest du positiv getestet werden und keine gültige TUE vorweisen können, erfolgt zunächst eine Sperre, bis der medizinische Nachweis geklärt ist. Die Kosten für das Schiedsgerichtsverfahren trägst du selbst. Erspare dir diesen Stress und kümmere dich rechtzeitig darum!
Frage 2: „Was passiert bei einem positiven Speicheltest?“
Antwort:
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Diskretion: Wir behandeln das Ergebnis streng vertraulich.
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Info an Turnierleitung: Die Turnierleitung wird informiert.
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Folge: Du wirst automatisch für alle laufenden DTFB-Veranstaltungen disqualifiziert, bis das Schiedsgericht entschieden hat, sofern keine Ausnahmegenehmigung (TUE) vorgelegt wurde.
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Verfahren: Das Schiedsgericht prüft den Fall. Du wirst angehört und hast Rechte im Verfahren.
Frage 3: „Kann ich durch Passivrauchen positiv auf THC getestet werden?“
Antwort: Das ist bei unserem Grenzwert von 25 ng/ml extrem unwahrscheinlich. Dieser Wert trennt aktiven Konsum gut von passiver Belastung. Wenn du dich nicht gerade in einer extrem verrauchten "Hotbox" aufgehalten hast, bist du auf der sicheren Seite.
Frage 4: „Werde ich aus dem Spiel gerissen?“
Antwort: Nein, wir warten, bis dein Spiel vorbei ist. Der sportliche Ablauf wird nicht gestört.
Frage 5: „Wie kann ich mich nach einem positiven Test von den Vorwürfen freitesten?“
Antwort: Der Spieler kann vor dem Schiedsgericht den Nachweis erbringen, dass die in der von der Anti-Doping-Kommission entnommenen Probe festgestellte verbotene Substanz, ihre Metaboliten oder Marker, tatsächlich nicht in seinem Körper vorhanden waren oder sind.
Dieser Nachweis erfolgt über einen negativen Bluttest, der tagesaktuell von einer anerkannten medizinischen Einrichtung (z. B. Hausarzt, Krankenhaus, Notaufnahme, Polizei), in der Regel auf eigene Kosten, durchgeführt wurde. Das Schiedsgericht wird diesen Negativtest im Rahmen des Verfahrens bewerten.
5. Schlusswort: Gemeinsam für Fairness
Dopingkontrollen sind ein Zeichen von Respekt – Respekt vor deiner Leistung und der deiner Gegner. Wir wollen, dass im Tischfußball Talent und Training entscheiden.
Wir helfen dir dabei, sicher und sauber zu spielen. Wenn du Fragen hast, sprich Jens, Silvia, Jennifer oder Ronnie auf den Turnieren einfach an. Wir sind für euch da.
Schütze deine Gesundheit, spiele sauber.
Wir freuen uns auf eine spannende Saison 2026 mit euch!
Deine Anti-Doping-Kommission des DTFB
Technischer Anhang und Datenanalyse
Zur Vertiefung der im Dossier genannten Fakten finden Sie hier detaillierte Tabellen und technische Spezifikationen.
Übersicht der Cut-off Werte (Dräger DrugCheck 3000)
|
Substanzklasse |
Abkürzung |
Cut-off (Grenzwert) |
Hinweis |
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Cannabis |
THC |
25 ng/ml |
Modus: Schnell (Fast) |
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Kokain |
COC |
20 ng/ml |
|
|
Opiate |
OPI |
20 ng/ml |
|
|
Amphetamine |
AMP |
50 ng/ml |
|
|
Methamphetamine |
MET |
50 ng/ml |
Inkl. MDMA / Ecstasy |